gabriele vallentin

Galerieverein Leonberg

Birgit Laschke-Hubert · Eröffnungsrede (Auszug) · Galerieverein Leonberg · Gabriele Vallentin und Charly Loth

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… Es gibt Farbfelder mit deutlichen Grenzen zum Nachbarfeld, bei anderen verschwimmen diese Grenzen oder es entstehen Überlappungen. Durch die Schichtung der Farbflächen nehmen wir diese Farbfelder als räumliche Kompositionen wahr. Und da manche Farben optisch hervorstechen, während andere eher zurücktreten, entsteht in den Bildern der Eindruck von Farbräumen… Und wenn die Farbfelder an ihren Grenzen, an den Übergängen verschwimmen, entwickelt sich eine Schwebelage zwischen der Tiefe des Bildraums und der Flächigkeit der Farbfelder. Das macht einen besonderen Reiz dieser Arbeiten aus.

Die Leuchtkraft und Intensität der Farben ist das Ergebnis eines langwierigen und komplexen Prozesses, bei dem die Ölfarbe in mehreren Schichten, in Lasuren auf die Leinwand aufgetragen wird… Es sind keine abbildenden Arbeiten, die uns eine Geschichte erzählen oder einen bestimmten Gegenstand darstellen. Spontan wiedererkennendes Sehen ist also nicht möglich. Und doch sind diese Bilder häufig nicht wirklich gegenstandslos. Bisweilen geben die Bildtitel einen Hinweis, wecken Assoziationen, die allein durch Form und Farbe nicht hervorgerufen worden wären.

Besonders auf Fernreisen, wo Gabriele Vallentin ihr fremdes Umfeld mit unvoreingenommenem, frischem Blick wahrnimmt, sammelt sie persönliche Eindrücke von Menschen, Landschaften sowie von Alltagsszenen, und nimmt Farben und Farbstimmungen in sich auf. Diese hält sie vor Ort in Aquarellstudien fest. Durch das Aquarellieren schärft sie ihre eigene Wahrnehmung für die Dinge und dringt - abseits des touristischen Blickes - tiefer in die jeweiligen lokalen Gegebenheiten ein. In ihrem Atelier überträgt sie diese Erinnerungsbilder dann in Farben, in Farbfelder, auf großformatige Leinwände: Sie verdichtet sie gewissermaßen zu einem geordneten ästhetischen Konzept. Dabei abstrahiert sie ihre persönlichen Seherfahrungen und verschlüsselt diese, indem sie sie in eine ungegenständliche Bildsprache übersetzt.